Noch bleiben wir auf dieser verdammten Insel ...

Veröffentlicht auf von Umo

Werte Damen und Herren,

 

da noch keine Beschwerden von Ihnen zu lesen sind, schreibe ich heute weiter. Denn es bewegt mich noch immer, die Frage, die so oft gestellt wird: Welche 3 Dinge würdest du auf die einsame Insel mitnehmen?

 

So, heute wird mir klar, dass Schreibzeug, Müsliriegel (der ja mittlerweile schon weg ist) und Taube nicht gerade das optimale für diese Insel gewesen wären. Da käme nicht nur in meinem Schreiben die Möglichkeitsform vor, sondern auch in meinem Kopf ... wie ... menno, hätt ich doch das und das mitgenommen. Und Reflektionen über jegliche Personen, die mir in meinem Leben sehr nahe stehen, bekämen wiederum schuld: klar, keiner interessiert sich dafür, dass ich jetzt da hocke. Vermutlich freuen sie sich noch darüber. Die Welt ist gemein und sie geht ja sowieso 2012 unter. Oder die Gedanken würden um einiges übertrieben weiter gehen: Mist, die Welt geht ja 2012 unter und da gibt es sicher vorher in allen Geschäften -70 Prozent Abschlussverkauf oder vielleicht sogar noch mehr Rabatte! Und ich kann nicht mal shoppen gehen, bevor sie unter geht!

 

Die Taube würde vermutlich auch schon neben mir hocken und ihre Scheu durch ihre Kraftanstrengung verloren haben.  Aber das würde mir auch nicht viel bringen, denn das einzige was wir gemeinsam machen könnten, ist auf das weite Meer hinaus starren.

 

Vielleicht würde ich mich später wieder etwas aufpeppeln und meinen: Ach, hauptsache ich brauch keine Winterkleidung. Und bügeln brauch ich auch nicht. Ich könnte mich dafür sogar bei Mutter rechtfertigen, es sei denn, sie würde mir beim nächsten Taubenflug ein Bügeleisen mitschicken. Das wäre dann nicht meine Traumvorstellung. Weiters wäre es aber auch nicht gerade von Vorteil, da die EVN (Stromversorger)  nicht auf dieser Insel Profit macht.  Also wiederum: kein Bügeln!

Weiters bräuchte ich nicht einmal Staub wischen oder sogar Staub saugen! 1. hatte ich bei den 3 Dingen nicht daran gedacht, einen Staubwedel mit zu nehmen. 2. Wüsste ich gar nicht, wo ich da anfangen sollte und 3. würde es sowieso wieder nicht recht sein, weil ich auf dieser verlassenen Insel einiges übersehen hätte. Da bin ich überzeugt, dass Mutter wieder etwas findet, was nicht passt. Und sei es, weil ich mir die Zähne nicht geputzt hab.

 

Aber wissen Sie was? Ich erzähle Ihnen die ganze Zeit davon, was ich mir auf dieser Insel denke, und von der Taube, die schon ziemlich ausgelaugt ist (trinken Tauben auch Red Bull?), aber Denken bringt nicht voran. Denken ist gut für weitere Schritte, um zu überleben, aber ist nicht gerade die beste Eigenschaft, um zu überleben. Handeln wäre sinnvoller. Also bauen wir erst einmal etwas, was mir Schutz bietet. Ein kleines Häuschen.

 

Ich bin relativ gut im Handwerken. Das hat mir das Leben schon beigebracht. Ich kann Fliesen legen, Möbel aufstellen, ausmalen ... darauf bin ich stolz. Manchmal sieht es nicht dementsprechend meiner Vorstellung aus, aber es hält. Manchmal muss man es auch ganz anders bedienen, als ursprünglich gedacht, aber es funktioniert.

 

Also sammle ich erst einmal, was ich so auf dieser Insel finde. Vielleicht beginne ich sogar Selbstgespräche: "Hallo Umo, wie geht es dir?" "Ganz okay, bisschen genervt und noch verärgert, aber es geht."

 

So, diesen Eintrag schließe ich erst einmal mit diesen Worten ab:

 

Bis zum nächsten Mal!

 

Ihre

 

Umo

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